Wer gefährliche Güter auf der Strasse transportiert, muss sich auf neue Anforderungen einstellen. ADR und SDR 2027 bringen Änderungen bei Batterien, Freistellungen, Unterweisungen und der Dokumentation. Dieser Überblick zeigt, welche Themen Unternehmen bei der Umstellung berücksichtigen müssen.
Mit Beginn des Jahres 2027 treten die neuen Regelwerke für den Transport gefährlicher Güter auf der Strasse in Kraft. Diese sind bis Ende Juni 2027 umzusetzen und gelten anschliessend bis Ende 2028.
ADR 2027: Die wichtigsten Neuerungen
- Neue Vorschriften für Batterien
Das ADR 2027 enthält neue Vorschriften für Lithium-, Natrium-Ionen- und Hybrid-Batterien. Dazu gehören Regelungen für Batterien in Güterbeförderungseinheiten sowie zusätzliche Anforderungen an den Transport beschädigter oder defekter Batterien.
Mit UN 3563 und UN 3564 kommen zudem neue Einträge für Batterien in Güterbeförderungseinheiten hinzu.
- Angepasste Freistellungsgrenzen
Bei den Freistellungen nach Abschnitt 1.1.3.6 werden die Grenzen für bestimmte Güter der Beförderungskategorie 1 von 50 kg auf 20 kg reduziert. Unternehmen, die diese Freistellungen nutzen, sollten prüfen, welche ihrer Transporte von der Anpassung betroffen sind.
- Unterweisung auch für Selbstständige
Die Unterweisungspflichten gelten künftig allgemein für Personen, einschliesslich Selbstständiger. Damit ist dieser Personenkreis bei der Planung und Durchführung der Unterweisungen zu berücksichtigen.
- Verpackungen und Druckgefässe
Für Verpackungen und Druckgefässe werden neue Definitionen und technische Anforderungen eingeführt. Diese betreffen unter anderem das pV-Produkt, also das Produkt aus Druck und Volumen.
- Reifendruckkontrollsysteme für Fahrzeuge
Für neu zugelassene Fahrzeuge über 3,5 Tonnen sind Reifendruckkontrollsysteme vorgesehen. Dieser Punkt ist insbesondere bei der Beschaffung und Zulassung neuer Fahrzeuge relevant.
- Aktualisierte Dokumentation
Für defekte Batterien gelten neue Anforderungen an die Dokumentation. Zudem werden die schriftlichen Weisungen aktualisiert. Bestehende Transportunterlagen sollten deshalb im Rahmen der Umstellung überprüft werden.
SDR 2027: Die wichtigsten Änderungen in der Schweiz
- Anpassungen bei Grundwasserschutzzonen
Die SDR 2027 berücksichtigt geografische Änderungen bei den Schweizer Grundwasserschutzzonen. Dazu gehören beispielsweise Anpassungen im Tessin im Raum Mendrisio nach Änderungen bei Trinkwasserfassungen wie S. Martino.
- Erleichterungen für Wartungsfahrzeuge
Auf nationaler Ebene bringt die SDR 2027 unter anderem spezifische Erleichterungen für Wartungsfahrzeuge. Für Unternehmen mit entsprechenden Fahrzeugen lohnt sich ein Blick auf die angepassten Bestimmungen.
- Einheitliche Terminologie
In Anhang 3 der SDR wird der Begriff «Nettogewicht» durch «Nettomasse» ersetzt. Damit wird die Terminologie physikalisch präzisiert und mit dem ADR vereinheitlicht.
Die Umstellung frühzeitig vorbereiten
Von der Batterieklassifizierung über die Unterweisung bis zu den Transportunterlagen: Die Änderungen betreffen unterschiedliche Aufgaben im Unternehmen. Prüfen Sie frühzeitig, welche Neuerungen für Ihre Gefahrguttransporte relevant sind, und planen Sie die erforderlichen Anpassungen Ihrer Abläufe ein.